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Ein physikalisches Märchen

PostPosted: Fri Sep 17, 2010 7:55 pm
by Heraldo
Vor vielen, vielen Lichtjahren lebte einst im Lande der Physiker die schöne Königstochter Elektroliese. Seit ihrer Jundezeit war sie einem edlen Ritter Oszillo Graf von Kathodenstrahl zugetan, der sie sehr liebte. Aber Graf Oszillo hatte einen Widersacher, nämlich den Tele-Grafen aus dem Geschlecht der Photo-Grafen, der selbst ein Wirbelauge auf Elektroliese geworfen hatte.

Eines Tages wurde Graf Oszillo während der Jagd am Ausgang eines Wellentales von Teles Knechten überfallen und auf eine ferne Druckfortpflanzung geführt, wo an den Zweigen der Kabelbäume die herrlichsten Glühbirnen gediehen, denn durch ihre Quadratwurzel waren sie sehr gut geerdet. Oszillos treuer Knappe Wolfram Wendel wurde mit einem Wagnerschen Hammer niedergeschlagen, obwohl er aus sämtlichen galvanischen Batterien gefeuert hatte. Er war aber nur leicht verwundet, er kam und wurde später von seinen Basen und Kons-Tanten gesund gepflegt.
Alsbald machte er sich mit dem Micro-Farad auf, seinen Herrn zu suchen. Mit seinen übergroßen Transformat-Oren hörte er bald, wo dieser war und was kurz darauf bei ihm.

Inzwischen sollte Prinzessin Elektroliese den Grafen Tele heiraten, den sie seit der ersten Ampere-Stunde verabscheute. Schon wurde die Stadt und das Sicherheits-Schloss festliche geschmückt. Die vielen Tore der Stadt - Isola-Tor, Vek-Tor, Transis-Tor, Katalysa-Tor, Reak-Tor - wurden mit Zündkerzen hell erleuchtet.

Unterdessen waren aber Graf Oszillo und sein getreuer Knappe Wolfram Wendel nicht faul, sondern sie bereiteten die Flucht vor. Sie rösteten zunächst einige Atom-Kerne und Kosi-Nüsse auf der Robert-Koch-Platte. Sodann zogen sie warme Windhosen und feste Polschuhe an und verließen auf heißen Salz-Solen das Haus. Die Türschlösser öffneten sie mit einer Niels-Bohr-Maschine. Der Stromwächter merkte von alldem nichts, da er gerade einen elliptischen Anfall hatte. Dann jagten sie in großer Eile über die Magnetfelder und das Kilo-Watt hin. Bald kamen sie an den Wechsel-Strom, der sich in mächtigen Sinuskurven dahinschlängelte. Der Aufwind verursachte auf dem Kühlwasser des Kraft-Flusses hohe Kurbelwellen. Hier rasteten sie, tränkten ihre Pferde mit schwerem Wasser aus einer Licht-Quelle und badeten ihre müden Glieder, bis sie wieder ihre Hessesche Normalform erreicht hatten. Dann ließen sie sich von einer Atmos-Fähre an das andere Ufer übersetzen.

Als die ersten Röntgen- und Gamma-Strahlen der Höhensonne aus den Elektronenwolken hervorbrachen und die ersten Tur-Bienen summten, kamen Graf Oszillo und sein treuer Knappe Wolfram Wendel vor die Stadt. Alle Zugänge waren durch Lichtschranken gesperrt, und so versteckten sich die beiden zwischen den Wellen-Paketen einer Mischungslücke und kamen ungehindert in die Stadt. Voller Wis-Mut drangen sie in das Schloss des Grafen Tele ein. Da dieser in der vorhergegangenen Nacht an der Milli-Bar ausgiebig gezecht hatte, wurde er mühelos überwältigt und dem Gleichrichter übergeben, der ihn nach den Coulombschen Gesetzen aburteilte. Er wurde mit einem Helmholtz so lange verprügelt, bis er ultraviolett war.

Prinzessin Elektroliese fühlte ihr Mega-Hertz heftig schlagen als Oszillo wieder bei ihr war. Nun begann die fröhliche Hochzeit. Zunächst trug ein Laut-Sprecher eine selbstverfasste Di-Ode vor, dann wurde dem treuen Knappen Wolfram Wendel das große Koordinaten-Kreuz verliehen, denn das Fadenkreuz hatte er schon. Für das Volk wurde ein riesiges Laby-Rind am Spieß gebraten, und in einem großen Wind-Kessel brodelte ein fettes Essen aus Konkav-Linsen und Tang-Enten. Dieses wurde mit Hilfe von Belichtungs-Messern und Stimm-Gabeln verzehrt. Zum Nachtisch wurden Lack-Mus und Re-Torten gereicht. Am Abend einigte sich die Band auf den richtigen New-Ton udn spielte bis zum nächsten Morgen flotte Loga-Rhythmen.

Am nächsten Tag berichtete die gesamte Hydraulische Presse in allen Einzelheiten über das große Ereignis.

Re: Ein physikalisches Märchen

PostPosted: Mon Oct 25, 2010 9:43 am
by Arno
Saugut,
nachdem ich das gelesen und verarbeitet habe, bin ich unfähig den Rest der woche zu arbeiten...
Arno